Finanzwesen

Zukunft für P&C: Gläubiger stimmen für den Insolvenzplan von Peek & Cloppenburg

Bis zuletzt war offen, ob die Gläubiger von Peek & Cloppenburg den Weg für die Rettung des Düsseldorfer Modehändlers frei machen würden. Erst ein Nachschlag vom Eigentümer sicherte offenbar die Zustimmung.

 

 

Es war eine „lebhafte Sitzung“, berichtet ein Teilnehmer. Selten habe man Banker derart in Wallung erlebt. Doch am Ende haben die Gläubiger dem Insolvenzplan für den Düsseldorfer Modehändler Peek & Cloppenburg mit großer Mehrheit zugestimmt. „Wir freuen uns über die Annahme unseres Plans“, wird Restrukturierungsgeschäftsführer Dirk Andres in einer Pressemitteilung zitiert.

Im Vorfeld war lange Zeit offen, ob der Plan tatsächlich durchkommt. Zu groß war der Frust über die Insolvenz, zu tief saß vor allem bei den beteiligten Banken die Schmach, von dem Modekonzern überrumpelt worden zu sein. Als Anfang 2023 Gespräche über eine Verlängerung von Kreditlinien scheiterten, zog P&C überraschend die Reißleine, meldete Insolvenz an und brachte damit manchen Banker im eigenen Haus in Erklärungsnot. Schließlich hatten die Banker Millionendarlehen ohne zusätzliche Sicherheiten vergeben.

Insgesamt 380 Millionen Euro standen durch die P&C-Insolvenz im Feuer, der Großteil stammte von den Banken. Darunter etwa die Stadtsparkasse Düsseldorf, die Deutsche Bank, die Commerzbank und die besonders engagiert auftretenden Kreditinstitute Agricultural Bank of China und Işbank. Sowie indirekt als Darlehensbürgin auch die staatseigene Förderbank KfW.

 

15 Millionen Euro Nachschlag

Laut Insolvenzplan, der der WirtschaftsWoche vorliegt, sollten die Gläubiger nur 35 Millionen Euro zurückbekommen, sofern der Insolvenzplan umgesetzt wird und die bisherigen Eigentümer von P&C über ihre in der Schweiz ansässigen JC Switzerland Holding weiter das Sagen behalten. Für den Fall einer Erholung des Geschäfts wurden über einen Besserungsschein zusätzliche Zahlungen in Aussicht gestellt. Doch das magere Angebot traf auf reichlich Widerstand – und teilweise offenbar auch auf die Bereitschaft, im Zweifel eine mögliche Abwicklung des Unternehmens in Kauf zu nehmen, sollte die Eigentümerfamilie um Patrick Cloppenburg nicht noch nachbessern.

Genau das ist im Verlauf der Gläubigerversammlung dann auch geschehen, berichtet das Branchenmagazin „Textilwirtschaft“. Statt der im Insolvenzplan genannten 35 Millionen Euro sollen die Gläubiger demnach 50 Millionen Euro erhalten.

Nach Bestätigung des Plans durch das Amtsgericht und nach Ablauf verschiedener gesetzlicher Fristen ist die Aufhebung des Insolvenzverfahrens nun wie geplant bis Herbst 2023 möglich. „Das ist ein üblicher Vorgang, der in Kürze abgeschlossen sein kann“, erklärt Markus Kier, verfahrensleitender Partner der Kanzlei Piepenburg Rechtsanwälte. Für die Mitarbeiter dürfte dann eine Phase der Anspannung enden. In der Zentrale sollen im Zuge des Insolvenzverfahrens zwar 350 Stellen wegfallen. Filialen werden allerdings nicht geschlossen und für die verbleibenden Mitarbeiter soll es eine bis Ende 2025 laufende Standort- und Beschäftigungssicherungsgarantie geben.

 

Quelle: ©Wirtschaftswoche