Kreditmanagement im Handelsunternehmen

Kreditmanagement im Handelsunternehmen: Interview mit Tina Haus-Bienerth von der BayWa AG


Quelle: Bar-oder-Karte_Zahlungsmittel-im-EH_Infografik-Locafox

 

Der Konflikt ist altbekannt: Verkäufer sehen den Kunden durch die Provisionsbrille und wollen möglichst immer liefern, das Kreditmanagement betrachtet ihn als Debitor und beurteilt das Risiko eines möglichen Forderungsausfalls.
Für den Handel, insbesondere den Großhandel, hat sich die Situation in den letzten Jahren verschärft: Onlinehändler sind starke Konkurrenten, Kunden erwarten Tiefstpreise und die Zahlungsmoral sinkt. Handelsunternehmen versuchen daher die Effizienz zu erhöhen, Kosten zu senken und wenig erfolgversprechende oder liquiditätsgefährdende Geschäftsbeziehungen zu vermeiden.
Handelsunternehmen müssen heutzutage immer schneller liefern können, um am hart umkämpften Markt zu bestehen. Hat die Ware den Versand aber einmal verlassen und ist auf dem Weg zu einem Kunden, ist eine Kreditprüfung meist zu spät.

 

 

Wir (DK) haben diesbezüglich mit Frau Tina Haus-Bienerth (THB), Leiterin Corporate Credit Management in der BayWa AG, gesprochen und erfahren, wie es mit dem Kreditmanagement im Handelsunternehmen aussieht. Sie ist seit über 19 Jahren im Kreditmanagement für die BayWa AG in verschiedenen Verantwortungsbereichen tätig und seit September 2016 Leitung des Corporate Credit Managements der BayWa AG.

 

DK: Transparenz und Kreditmanagement sollen Risiken im Handel minimieren – Was sagen Sie dazu?

THB: Ich denke, dass transparente Prozesse und ein funktionierendes Kreditmanagement wichtig sind um die Risiken im Handel frühzeitig zu erkennen um darauf reagieren zu können.

DK: Herausforderungen für das Kreditmanagement: Gibt es einen Unterschied zwischen den Einzel- und Großhandelsunternehmen?

THB: Im Einzelhandel werden Einkäufe in der Regel sofort in Bar bezahlt; im Großhandel gibt es überwiegend die Anforderung auf Kauf auf Rechnung für B2B-Kunden. Dies setzt wieder eine Bonitätsprüfung und die Einräumung eines Kreditlimits für Lieferungen und Leistungen voraus.

DK: Wie unterschiedlich sind die Prozesse?

THB: Wenn man es aus der Sicht des Kreditmanagements anschaut, unterscheiden sich hier die Prozesse ganz klar am Risiko der Kundengruppe und des Geschäftsmodells.

DK: Wie sieht es in Zukunft aus? Wie groß ist der Einfluss der Digitalisierung?

THB: Ich denke, dass die Digitalisierung in der Zukunft einen großen Einfluss auf unsere Prozesse nehmen wird. Wir müssen in der Lage sein, Entscheidungen schnell und sicher zu treffen. Sicher ist es aber auch sehr wichtig, dass wir unseren Kunden im Rahmen der Digitalisierung neue Leistungen und Angebote aufzeigen können.

 

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