Finanzierungsmöglichkeiten bei internationalen Geschäften

Forderungsmanagement im Export: Finanzierungsmöglichkeiten bei internationalen Geschäften

Die deutschen Exporte stiegen im Oktober 2017 im Vergleich zum Vorjahresmonat um +6,8% und in Summe für die ersten zehn Monate um 6,3% auf insgesamt 1.062,2 Mio Euro.  

Wenn in früheren Zeiten noch hohe Anzahlungen oder gar Vorkasse im Rahmen der Zahlungsbedingungen durchgesetzt werden  konnten, so müssen heute zunehmend Zahlungsziele akzeptiert und damit Lieferantenkredite gewährt werden. Oftmals werden diese Zahlungsbedingungen ohne Erhalt von Sicherheiten (z.B. Warenkreditversicherung / Ausfuhrdeckung des Bundes – sogenannte Hermesdeckung / oder Banksicherheiten) akzeptiert. Wenn aber eine Fremdfinanzierung des Zahlungsziels vorgesehen ist, wird eine finanzierende Bank in der Regel Sicherheiten verlangen.

Forfaitierung von Akkreditivforderungen

Liegt zur Zahlungsabsicherung eines Exportgeschäfts ein Akkreditiv der Käuferbank vor, welches von der Hausbank des Lieferanten bestätigt wurde, kann nach Dokumentenaufnahme das Zahlungsziel (deferred payment) forfaitiert, d.h. regresslos angekauft werden.

Ankauf privat versicherter bzw. bundesgedeckter Forderungen

Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Lieferantenkredit, sofern eine spezielle Warenkreditversicherung oder eine Lieferantenkreditdeckung des Bundes (Euler Hermes) vorliegen, ebenfalls regresslos (i.H. des ver-/besicherten Teils) angekauft werden. Der Ankauf selbst kann erst erfolgen, wenn die Forderung vollständig existent ist, d.h. nach Warenlieferung und ggf. erfolgten nachgewiesenen Leistungen.

Exportglobalkredit

Besteht die Lieferstruktur des Exporteurs aus einer Vielzahl von Liefergeschäften an diverse ausländische Abnehmer – teils auch wiederkehrende zyklische Lieferungen -, von denen ein Großteil mit Zahlungszielen versehen ist, so kann eine Finanzierung dieser Geschäfte über einen Teilbetrag und abgestellt auf den Exporteur ins Auge gefasst werden.

Hermesgedeckter Bestellerkredit

Bei Lieferung von Investitionsgütern verbunden mit mittel-/langfristigen Zahlungszielen (ab 2 Jahren) wäre eine Finanzierung des Bestellers bzw. seiner Bank im Ausland zu prüfen. In Verbindung mit einer Ausfuhrdeckung  sowie einer Finanzkreditdeckung  des Bundes wird diese Finanzierung nicht auf den Exporteur sondern auf den Kreditnehmer im Ausland – besichert durch Euler Hermes – abgestellt.

Fazit

Abnehmer in Ländern mit höherem Zinsniveau als in „Euroland“ profitieren davon, wenn der Lieferant eine Finanzierungsvariante anbietet. Letztlich kann dies ausschlaggebend für den Zuschlag eines Geschäftes sein. Diese Instrumente sind weltweit anwendbar und die gute Nachricht für deutsche Exporteure: auch im Russlandgeschäft greifen diese Finanzierungsmöglichkeiten, sofern das Grundgeschäft nicht sanktioniert ist. Die Spezialisten der  Commerzbank beraten hierzu gern.

 

Autor:

 

 

 

 

Hans-Friedrich Jansen
Senior Fachbetreuer Trade Services, Commerzbank AG, Dresden

 

 

 

Veranstaltungstipp:

19.06.2018 Köln
28.06.2018 Hamburg
05.07.2018 München

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