Knauf im Interview: Warum globale Produktdaten und PIM-Systeme zur Basis digitaler Kundenerlebnisse werden
Wie schaffen Unternehmen den Wandel von dezentralen Datenstrukturen hin zu einer globalen Produktdatenbasis? Warum stoßen lokale Excel-Lösungen und historisch gewachsene Prozesse zunehmend an ihre Grenzen? Und welche Rolle spielt ein globales PIM-System künftig für digitale Touchpoints, E-Commerce und KI-Anwendungen?
Darüber haben wir mit Sophia Zull von der Knauf Gips KG gesprochen. Im Vorfeld der PROKOM Data Days 2026 erklärt sie, warum globale Produktdatenstrategien heute entscheidend für konsistente digitale Kundenerlebnisse sind und weshalb erfolgreiche PIM-Projekte weit über die reine Systemeinführung hinausgehen.
Über die Knauf Gips KG
Die Knauf Gips KG zählt zu den international führenden Herstellern von Baustoffen und Systemlösungen für modernes Bauen. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung spielen konsistente Produktdaten, globale Datenstrukturen und effiziente PIM-Prozesse eine zentrale Rolle für die Steuerung digitaler Kanäle und internationaler Produktkommunikation.
Über Sophia Zull
Sophia Zull verbindet bei der Knauf Gips KG mit einer großen Leidenschaft für Daten, E-Commerce, Marketing und IT Produktdaten mit dem digitalen Go-to-Market. Die 28-Jährige ist seit knapp fünf Jahren in der Baustoffbranche bei Knauf tätig und verantwortet als Project Manager PIM sowie Product Owner Data für Zentraleuropa die Weiterentwicklung des Produktinformationsmanagements. Gleichzeitig fungiert sie als zentrale Ansprechpartnerin für die Produktmanagerinnen und Produktmanager der Region. Ihr Schwerpunkt liegt auf Datenqualität, Datenstandards und der Automatisierung publikationsrelevanter Prozesse – von Preislisten über technische Datenblätter bis hin zu Katalogen, die direkt aus dem PIM erzeugt werden.

Interview mit Sophia Zull
Frau Zull, viele Unternehmen arbeiten historisch gewachsen mit dezentralen Datenstrukturen. Warum stoßen diese Modelle heute zunehmend an ihre Grenzen?
Dezentrale Strukturen funktionieren oft erstaunlich lange – bis man plötzlich Inhalte global nutzen möchte. Spätestens bei Website, E-Commerce oder KI merkt man: Excel-Dateien und lokale Sonderlösungen skalieren nur bedingt. Oder anders gesagt: Der „historisch gewachsene Zustand“ ist selten die Lieblingsarchitektur der IT.
Bei Knauf haben Sie den Schritt von lokalen Strukturen hin zu einer globalen Datenbasis vollzogen. Was war der Auslöser für diese Transformation?
Ein wichtiger Trigger war unser Rebranding 2022 und die neue globale Website. Plötzlich brauchten wir konsistente Produktdaten über Märkte hinweg. Dabei wurde schnell klar: Das eigentliche Projekt ist nicht die Website – sondern die Daten dahinter.
Sie sprechen vom Wandel „vom lokalen Flickenteppich zur globalen Datenbasis“. Was bedeutet das konkret auf System- und Prozessebene?
Konkret bedeutet das: weg von vielen lokalen Logiken hin zu gemeinsamen Strukturen, Attributen und Prozessen. Nicht alle Daten sind identisch – aber sie folgen derselben Sprache und Architektur.
Was sind typische Widerstände bei solchen Projekten und wie kann man ihnen begegnen?
Ein Klassiker ist die Frage: „Warum brauchen wir plötzlich so viele Daten?“
Direkt danach kommt oft: „Und wer pflegt das jetzt?“
Widerstände werden deutlich kleiner, wenn Nutzen und Verantwortlichkeiten transparent sind.
Welche Rolle spielt ein globales PIM künftig für die Weiterentwicklung digitaler Touchpoints?
Es wird zur zentralen Grundlage für nahezu alle digitalen Kanäle – von Websites über Konfiguratoren bis hin zu KI-Anwendungen. Gute digitale Erlebnisse beginnen meistens mit guten Daten.
Wenn Sie Unternehmen einen zentralen Rat für die Globalisierung ihres PIM-Systems geben dürften – welcher wäre das?
Nicht nur das System global denken, sondern auch Prozesse, Verantwortlichkeiten und Akzeptanz. Die technische Lösung ist meistens der einfachere Teil.
PIM in einem Satz?
PIM ist …
„… der Versuch, aus vielen Meinungen über Produktdaten eine gemeinsame Wahrheit zu machen.“
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