Kreditmanagement in einem global agierenden Unternehmen

András Kolozsy von Semperit AG Holding zum Kreditmanagement in einem global agierenden Unternehmen

Risiko- und Kreditmanagement werden immer wichtiger

Die globale Vernetzung im Internet führt zu neuen Risiken. Ein Risikomanagement ist für Firmen wichtiger denn je. Das gilt auch für das Credit Management.
Insbesondere bei Konzernen steht das Kreditmanagement vor besonderen Herausforderungen. Zur komplexen wirtschaftlichen Struktur kommen oft internationale Tochtergesellschaften. Aber einen zentralen Überblick über das gesamte Kundenportfolio kann und sollte man trotzdem behalten. Der Konzern, als Zusammenschluss rechtlich selbständiger Unternehmen zu einer wirtschaftlichen Einheit, wirft für das Kreditmanagement diverse Fragen auf.

Globale Unternehmen brauchen globale Denker

 

 

 

Als Global Credit Manager eines der größten führenden Unternehmen Österreichs gehört András Kolozsy zu den wichtigsten Experten, wenn es um das Thema Kreditmanagement geht. Er (AK) ist dieses Jahr Referent auf den 8. Kreditrisiko- und Forderungsmanagement Tagen und hat uns (DK) vorab mehr über das brandaktuelle Thema verraten.

DK: Was sagen Sie zur Digitalisierung von Prozessen im Kredit- und Forderungsmanagement?

AK: Ich würde sagen, dass heutzutage eine Gesellschaft, die Waren und/oder Dienstleistungen verkauft und mehr als ein paar Dutzend Kunden betreut ohne Digitalisierung des Kredit- und Forderungsmanagements sehr ineffizient funktioniert. Es gibt Industrien, z.B. die Telekommunikationsbranche, wo es schon wegen der Anzahl der Kunden unvorstellbar wäre. Deshalb würde ich die Digitalisierung auch in diesem Bereich als eine gute aber auch lebensnotwendige Entwicklung bezeichnen.

DK: Nehmen Sie das bei Ihnen im Unternehmen auf bzw. wie gehen Sie damit um?

AK: Es sind bestimmte Voraussetzungen, die zuerst erfüllt werden müssen, um Digitalisierung erfolgreich einzusetzen. Bei einer Unternehmensgruppe, bei der viele verschiedene Gesellschaften, mit verschiedenen IT Systemen arbeiten ist das sicherlich eine Herausforderung. Bei der Semperit versuchen wir in dieser Hinsicht zunächst einmal die Komplexität in verschiedenen Bereichen zu reduzieren. Der nächste Schritt könnte dann eine Einführung eines vereinheitlichten Systems sein.

DK: Ist es für eine globale Unternehmensgruppe möglich nur einen einzigen Partner auf globaler Ebene für Wirtschaftsinformationen zu haben?

AK: Es ist sicherlich möglich. Es kommt darauf an, ob dieser Partner die Ansprüche der Gruppe erfüllen kann. Ob das bei uns so geschehen ist, werden sie aus meinem Vortrag erfahren können.

DK: Was sind die Kriterien und Anforderungen zur Auswahl der bestmöglichen Anbieter?

AK: Es sind mindestens 4 bis 5 wichtige Kriterien, die Prioritäten muss aber jede Gesellschaft selber festsetzen. Eine der unvermeidlichen Voraussetzungen ist  sicherlich die Qualität. Was man darüber aber versteht muss jede Gesellschaft selber entscheiden.

DK: Wie hat sich das bei der Semperit entwickelt bzw. wie sieht Ihr Auswahlverfahren aus?

AK: Wenn man diese Sache sorgfältig angehen will, braucht man dazu viel Zeit, was in den meisten Fällen wegen anderen Projekten, der täglichen Arbeit nicht  zur Verfügung steht. Deshalb war es bei uns auch eine Aufgabe, die man nur mit bestimmten Kompromissen durchführen konnte. Ein Auswahlverfahren in diesem Bereich ist keine Rocket Science, es verlief ganz einfach: Kriterien festsetzen, Angebote anschauen und mit den Prioritäten vergleichen, Entscheidung treffen. Ich kann Ihnen schon im Voraus sagen, dass wir gut gewählt haben, denn seit 3 Jahren haben wir unseren Entschluss nicht bereut.

DK: Wenn Sie die „Digitalisierung von Prozessen im Kredit- und Forderungsmanagement“ in einem Wort ausdrücken müssten, welches wäre das?

AK: Effizienz

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